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Nachhaltigkeit: was ein voller Bus wirklich spart

Ein Reisebus ist kein Elektroauto und kein Fahrrad. Er ist ein Dieselfahrzeug. Sein Vorteil liegt woanders: Ein voll besetzter Reisebus ersetzt rund drei Dutzend Autos. Pro Person und Kilometer bleibt damit weniger übrig als bei jedem anderen motorisierten Verkehrsmittel außer der Bahn — und das ist keine Behauptung von uns, sondern die Rechnung des Umweltbundesamtes.

Reisebus von BerlinBus.DE auf einer Landstraße in Brandenburg

Was eure Fahrt kostet — in CO₂

Fahrzeug wählen, Strecke eintragen, Mitfahrende einstellen. Der Vergleich rechnet mit den amtlichen Werten des Umweltbundesamtes.

Fahrzeug
  • Reisebus L, 57 Personen14 g/pkm · 240 kg gesamt
    25 l Diesel je 100 km
  • Bahn, Fernverkehr26 g/pkm · 445 kg gesamt
    47 % besetzt
  • Bahn, Nahverkehr44 g/pkm · 752 kg gesamt
    30 % besetzt
  • Pkw164 g/pkm · 2,8 t gesamt
    1,4 Personen je Pkw
  • Flugzeug, Inland290 g/pkm · 5 t gesamt
    73 % besetzt

Auf 300 km spart diese Gruppe gegenüber der Fahrt mit dem eigenen Auto rund 2.564 kg CO₂ — das sind 91 Prozent weniger.

Vergleichswerte: Umweltbundesamt, TREMOD 6.71B (10/2025), Datenjahr 2024. Treibhausgase in CO₂-Äquivalenten je Personenkilometer, inklusive Förderung und Raffinerie des Kraftstoffs. Pkw, Bahn und Flugzeug stehen mit ihrer tatsächlichen durchschnittlichen Auslastung darin — nicht vollbesetzt gerechnet. Der Wert für unseren Bus ist aus dem Dieselverbrauch gerechnet und kein Messwert; bei der amtlichen Auslastung von 53 Prozent trifft diese Rechnung den Wert des Umweltbundesamtes für Reisebusse auf rund zehn Prozent genau.

Warum der Bus so gut abschneidet

Es liegt nicht am Motor. Es liegt an der Zahl der Menschen darin.

Ein Reisebus verbraucht rund 25 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Das ist etwa das Vierfache eines Mittelklassewagens — und trotzdem schneidet er pro Person um ein Vielfaches besser ab. Der Grund ist simpel: Im Auto sitzen in Deutschland im Schnitt 1,4 Personen, im gecharterten Reisebus sitzen 50.

Das Umweltbundesamt weist für Reisebusse 30 Gramm CO₂-Äquivalent je Personenkilometer aus, für den Pkw 164 und für den Inlandsflug 290. Nur die Bahn im Fernverkehr liegt mit 26 Gramm noch darunter — und auch das nur, weil sie mit einem wachsenden Anteil Ökostrom fährt.

Bei einem Charterbus kommt hinzu, dass er in aller Regel voll fährt. Die amtlichen 30 Gramm gelten für eine durchschnittliche Auslastung von 53 Prozent. Wer 50 Leute in einen 50er-Bus setzt, landet bei rund der Hälfte davon.

Wo der Bus nicht die Antwort ist

Damit klar ist, was diese Zahlen nicht bedeuten.

Ein halb leerer Bus verliert seinen Vorteil schnell. Bei 15 Personen in einem 50er-Bus liegt der Wert je Person über dem eines gut besetzten Pkw. Deshalb steht im Rechner oben ein Schieberegler für die Mitfahrenden — man sieht den Effekt sofort. Und deshalb empfehlen wir kleineren Gruppen den Sprinter oder Midibus statt des großen Busses, auch wenn der große mehr Umsatz brächte.

Auf Strecken mit guter Bahnverbindung ist der Zug die bessere Wahl. Berlin–Hamburg oder Berlin–München fährt man mit der Bahn schneller und mit weniger Emissionen. Der Bus spielt seine Stärke dort aus, wo eine Gruppe von Tür zu Tür will, wo es keine direkte Verbindung gibt, oder wo unterwegs mehrere Stationen angefahren werden.

Und wir sagen nicht, dass Busfahren klimaneutral wäre. Es gibt keinen CO₂-Ausgleich in unserem Preis und keine Zertifikate, die wir kaufen, um das behaupten zu können. Was wir haben, ist ein Verkehrsmittel, das pro Kopf sehr wenig verbraucht — mehr nicht, aber auch nicht weniger.

Was wir im Betrieb tun

Fahrzeuge werden nach Gruppengröße disponiert, nicht nach Verfügbarkeit. Eine Gruppe von 18 Personen bekommt den Midibus, keinen Fünfundsechzigsitzer. Das klingt selbstverständlich, ist aber der größte Hebel, den ein Busunternehmen überhaupt hat — größer als jede Antriebstechnik.

Leerfahrten vermeiden wir, wo es geht. Wenn ein Bus eine Gruppe an die Ostsee bringt und dort wartet, statt zweimal leer die Strecke zu fahren, halbiert das die Emissionen der Fahrt. Bei Mehrtagesfahrten ist die Übernachtung des Fahrpersonals vor Ort deshalb nicht nur bequemer, sondern auch sparsamer.

Wir halten Fahrzeuge instand, statt sie früh abzustoßen. Ein Reisebus ist auf eine lange Nutzungsdauer gebaut und legt in seinem Leben ein Vielfaches der Kilometer eines Pkw zurück — die Emissionen aus seiner Herstellung verteilen sich entsprechend. Gute Wartung ist deshalb nicht nur eine Frage der Sicherheit, sondern auch der Bilanz.

Gewartet wird nach Herstellervorgaben, geprüft wird vierteljährlich bei der Dekra. Ein schlecht gewarteter Motor verbraucht messbar mehr — Instandhaltung ist auch Klimaschutz, nur ohne Aufkleber.

Ein Bus statt eines ganzen Parkplatzes

Emissionen sind das eine. Der Platz, den ein Bus in einer Stadt spart, ist das andere.

50 Menschen in einem Reisebus — oder in 36 Autos Autos. Die Zahl ist nicht geschätzt: Ein Pkw ist in Deutschland im Schnitt mit 1,4 Personen besetzt.

  • Abgestellt

    8,6× so viel
    1 Bus
    53
    36 Autos
    450

    Ein Busstellplatz misst 3,50 × 15 m, ein Pkw-Stellplatz 2,50 × 5 m.

  • Im Verkehr

    15,6× so viel
    1 Bus
    15 m
    36 Autos
    234 m

    Fahrzeuglänge plus Sicherheitsabstand im zähen Verkehr.

Anders gesagt: Die 36 Autos stehen im Stau auf 234 Metern hintereinander. Für eine Gruppe, die in ein einziges Fahrzeug von 15 Metern passt.

Bilder vom Betrieb

  • Innenraum eines voll besetzten Reisebusses von BerlinBus.DE
  • Fuhrpark von BerlinBus.DE auf dem Betriebshof
  • Wartung eines Busses von BerlinBus.DE in der Werkstatt

Häufige Fragen

Woher stammen die Vergleichszahlen?

Vom Umweltbundesamt, aus dem Modell TREMOD in der Fassung 6.71B von Oktober 2025, Datenjahr 2024. Es sind Treibhausgase in CO₂-Äquivalenten je Personenkilometer, inklusive Förderung und Raffinerie des Kraftstoffs. Pkw, Bahn und Flugzeug stehen dort mit ihrer tatsächlichen durchschnittlichen Auslastung — sie sind also nicht zu unseren Gunsten gerechnet.

Und der Wert für euren Bus?

Der ist aus dem Dieselverbrauch gerechnet, nicht gemessen. Die Gegenprobe: Bei der amtlichen Auslastung von 53 Prozent trifft unsere Rechnung den Wert des Umweltbundesamtes für Reisebusse auf rund zehn Prozent genau. Wir zeigen den zugrunde gelegten Verbrauch im Rechner mit an, damit die Rechnung nachvollziehbar bleibt.

Bietet ihr CO₂-Ausgleich an?

Nein. Wir halten wenig davon, eine Fahrt für ein paar Euro „klimaneutral" zu nennen. Wenn ihr für euren Nachhaltigkeitsbericht eine Angabe zur Fahrt braucht, rechnen wir sie euch aus und legen die Annahmen offen. Was wir belegen können, belegen wir — erfundene Zahlen bekommt ihr von uns nicht.

Habt ihr Elektrobusse?

Im Reiseverkehr nicht. Die Reichweiten reichen für Tagesfahrten über 300 Kilometer bisher nicht verlässlich, und die Ladeinfrastruktur an Ausflugszielen gibt es schlicht nicht. Sobald sich das ändert, ändern wir das auch — bis dahin sagen wir es lieber, statt es zu verschweigen.

Was ist mit der Herstellung der Fahrzeuge?

Die steckt in den amtlichen Zahlen nicht drin — sie betrachten den Betrieb. Für die Gesamtbilanz ist sie trotzdem wichtig, und hier hat der Reisebus einen strukturellen Vorteil: Busse laufen in der Regel rund 20 Jahre und wechseln in dieser Zeit mehrfach den Besitzer. Die Emissionen aus der Herstellung verteilen sich damit auf ein Vielfaches der Kilometer, die ein Pkw in seinem Leben zurücklegt.

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